Honigernte

Im Frühjahr hatte ich das Glück, einem Imker bei der Honigernte zuschauen zu dürfen. Es war ein wunderbares Erlebnis. Die Bienenstöcke in Kastenform stehen im Stahlbachtal bei Böddenstedt, wo die Bienen eine Vielzahl verschiedener Blüten vorfinden. Weil es hier noch so viele Blühpflanzen gibt, können die Bienenstöcke das ganze Jahr über bleiben und müssen nicht
umgesetzt werden, wie etwa an Rapsfeldern oder in der Obstblüte, wo die Bienen nur über einen bestimmten Zeitraum Nahrung vorfinden. Zunächst werden die Wabenrahmen vorsichtig aus dem Stock entnommen. Darin befinden sich Wachsplatten, die den Bienen zur Erleichterung des Wabenbaus zur Verfügung gestellt werden. Der Imker erleichtert seinen Bienen damit die Arbeit ein wenig.

Letztes Jahr konnte die erste Honigernte schon drei Wochen früher erfolgen, denn das Frühjahr hatte es eilig. Die ersten Blüten für die Bienen sind die Weidenkätzchen, gefolgt von all den anderen bunten Frühblühern, auf die sich die Menschen im Winter schon so lange freuen.
Hier sehen wir einen Rahmen mit den vorgefertigten Mittelwänden. Diese sind auch hier in der Region erhältlich, zum Beispiel bei der Firma Müller in Groß Süstedt. Eigentlich müssten Imker ja eine Bestäubungsprämie bekommen, sind wir uns einig, denn ohne die Arbeit der Bienen würden wir bald kein Obst mehr haben und auch sonst keine Früchte ernten.

Hier sieht man sehr schön den sonnengelben Honig in den Waben. Nach der Entnahme des Honigs kommen die Rahmen wieder in den Stock und die Bienen füllen sie wiederum unermüdlich. Den Bienen bleibt natürlich immer genug Honig zum eigenen Verzehr. Dreimal im Jahr kann ein Imker hier in der Region Honig ernten.

Damit sich die Bienenstiche in Grenzen halten, wird der Bienenstock mit Rauch aus einer Kräutermischung, vor allem aus Rainfarn, besprüht. Die Bienen denken dann, es sei ein Waldbrand ausgebrochen, und bringen sich in sichere Entfernung. Anschließend kommen sie zurück in den Stock. Jede Biene weiß genau, welches Einflugloch ihres ist. Untereinander erkennen sich die Bienen vermutlich am Geruch.

Die Verständigung erfolgt durch den sogenannten Bienentanz. Es gibt den Rundtanz und Schwänzeltanz, den Zittertanz, Schütteltanz und andere Bienentänze. Es ist erwiesen, dass Bienen umfangreiche Erfahrungen und Informationen teilen und austauschen. Wie sie auf ihren kilometerlangen Flügen immer genau den richtigen Weg finden und ihren Artgenossen komplizierte Wegbeschreibungen mitteilen, ist nicht genau bekannt.

Unten im Stock befindet sich ein Gitter, das den Honigraum vom Brutraum trennt, damit in den Zellen, von denen geerntet werden soll, keine Eier abgelegt werden. Die Königin schlüpft aus einer Waiselzelle.
Es gäbe bestimmt noch viel zu sagen, denn Bienen sind faszinierende Tiere.



Und zum guten Schluss: Vielen Dank Hans-Jürgen Drögemüller!

Text und Fotos: Christine Kohnke-Löbert